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2. Februar 2023 , 12:06
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Stipendium für Erzieher

Förderung für angehende Erzieherinnen und Erzieher.

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Inhalt des Beitrags

  1. Finanzierung
  2. Erzieher Stipendium
  3. Interview mit Jugendamt Stuttgart
  4. Bewerbung für Erzieher Studium
  5. Anrechnung auf Sozialleistungen
  6. Fazit
  7. Quellen

Der Weg zur Erzieherin oder zum Erzieher ist heutzutage im Vergleich zu anderen Ausbildungswegen vergleichsweise lang. Eine kleine Revolution war 2012 die Einführung der praxisintegrierten Ausbildung zur Erzieherin, kurz PIA. Hier hatten angehende pädagogische Fachkräfte erstmals die Möglichkeit, gleich zu Beginn der Ausbildung in einem Arbeitsverhältnis zu stehen und somit vom ersten Tag an Geld zu verdienen.

Doch dieses Glück bringt natürlich auch Verpflichtungen und Nachteile mit sich. Als Auszubildender hat man in der Regel nur 30 Tage Urlaub. Fachschüler wiederum haben die Ferienzeit über frei. Ein entscheidender Vorteil, gerade wenn man sich um die eigenen Kinder oder Verwandten kümmern muss. Des Weiteren ist auch das Thema Stress und Belastbarkeit nicht zu unterschätzen. Die Praxisintegrierte Ausbildung verlangt wesentlich mehr an Flexibilität und Stressbelastbarkeit als die klassische Erzieherausbildung. Denn die schulischen Aufgaben werden in der PIA meist neben der regulären Arbeitszeit mit erledigt. Hinzu kommen die üblichen Herausforderungen des pädagogischen Alltags. Kollegen sind krank, Urlaub steht an und wie es vornehmlich so ist, müssen die Arbeitszeiten kurzfristig angepasst werden. Ebenfalls lässt sich die Fachschulausbildung auch in Teilzeit absolvieren (so wie ich). Mittlerweile gibt es wohl auch die Möglichkeit der Teilzeitausbildung in der PIA. Hierzu habe ich jedoch noch keine Informationen erhalten.

Finanzierung

Es gibt also sehr gute Gründe, den klassischen Ausbildungsweg über die sozialpädagogischen Fachschulen zu wählen. Diese hat, wie bereits erwähnt, den großen Nachteil des fehlenden Einkommens. Diese finanzielle Lücke kann einerseits natürlich theoretisch über die private Finanzierung gedeckt werden. In der Realität wird jedoch eine Finanzierung der Ausbildungszeit wohl über eine der folgenden Möglichkeiten realisiert werden:

  • Zuhause wohnen und neben jobben
  • Aufstiegs-BAFÖG
  • Schüler-BAFÖG
  • Arbeitslosengeld
  • Bürgergeld

Diese Wege bieten aus meiner Sicht eine Möglichkeit, die Ausbildung zur Erzieherin an einer Fachschule absolvieren zu können. Je nach persönlicher Situation können diese Leistungen ausreichend oder zu knapp bemessen sein. Letztlich zeigt dieses Thema sowie die aktuellen Zahlen und auch die politischen Diskussionen das Grundproblem: Es gibt nicht genügend angehende Erzieherinnen und Erzieher, die diesen Berufszweig ergreifen möchten. Der Beruf ist dementsprechend derzeit nicht attraktiv genug.

Kommunen und privat betriebene Kitas stehen heutzutage jedoch unter ziemlich großem Druck. Denn, weil pädagogische Fachkräfte fehlen, müssen Betreuungszeiten gekürzt werden und viele Kinder erhalten erst gar keinen Kita-Platz. Erzieher haben heutzutage die freie Auswahl und die Kitas kämpfen derzeit gegeneinander um jede Fachkraft. Aus dieser Konstellation heraus führten in der Vergangenheit immer mehr Kommunen und Unternehmen sogenannte Stipendien für angehende Erzieher ein. Die Logik dahinter ist ziemlich banal: Das Unternehmen bindet eine Fachkraft an seinen Ort und sorgt so für eine etwas besser planbare Personalsituation. Die angehende Erzieherin wiederum erhält ein monatliches Stipendium und hat somit einen etwas größeren finanziellen Spielraum.

Eine Verpflichtung, welche durch das Stipendium eingegangen wird, stellt aus meiner Sicht jedoch nur bedingt einen Nachteil für die Schülerin dar. Hierzu nun mehr.

Erzieher Stipendium Stuttgart

Die Stadt Stuttgart hat diesen Vorteil sowohl für die Kommune als auch für die Schülerinnen und Schülern erkannt. Sie bietet seit September 2022 ein Stipendium für angehende Erzieherinnen und Erziehern an. Dieses Erzieher-Stipendium umfasst eine monatliche Zahlung in Höhe von 200 € für maximal 48 Monate (Zeitraum des Unterkurses und Oberkurses). Es ist somit eine Höchstförderung von 4.800 € möglich. Eine automatische Verlängerung des Stipendiums (Fehlende Versetzung oder Nichtbestehen der Abschlussprüfung) findet automatisch nicht statt.

Die Verpflichtung der Stadt Stuttgart bezüglich des Stipendiums ist somit recht klar. Doch welche Verpflichtungen geht man als Fachschüler mit diesem Zuwendungsvertrag ein? Grundsätzlich lassen sich die Verpflichtungen auf folgende Inhalte herunterbrechen:

  1. Man verpflichtet sich am schulischen Unterricht und an der Prüfung teilzunehmen.
  2. Zur Einführung des Stipendiums musste man noch die Praktika in den Unter- und Oberkursen im Stadtgebiet Stuttgart (Träger der Kita egal) absolvieren. Diese Einschränkung wurde am 8. Dezember 2022 bedingungslos aufgehoben. Es ist somit egal, an welchem Ort ihr während der Ausbildungszeit eure Praktika ableistet.
  3. Das Anerkennungsjahr muss im Stadtgebiet Stuttgart absolviert werden (Träger der Kita egal)
  4. nach dem Anerkennungsjahr gibt es noch eine Bindungszeit an das Stadtgebiet Stuttgart (Monate der Förderung = Monate der Bindungszeit).

Nehmen wir meinen Vertrag als Praxisbeispiel zur Verdeutlichung. Ich habe den Zuwendungsvertrag (Stipendium) im November 2022 abgeschlossen. Dieser läuft bis Schuljahresende 2023. Hier ist die Stadt Stuttgart sehr großzügig, denn die Prüfung findet im Mai 2023 statt und so findet eine Förderung dennoch bis Schuljahresende statt. Dies entspricht einer Förderung von 10 Monate x 200 € = 2.000 €. Hierfür verpflichte ich mich als angehender Erzieher, das Anerkennungspraktikum im Stadtgebiet Stuttgart zu absolvieren und anschließend für mindestens 10 Monate im Stadtgebiet Stuttgart als Erzieher zu arbeiten. Mir stehen dabei alle unterschiedlichen Träger, Einrichtungen und daher auch alle pädagogischen Konzepte offen. Die Einschränkung bezieht sich rein auf das Stadtgebiet als räumliche Grenze. Sollte ich nun keine Lust mehr haben als Erzieher zu arbeiten oder den Wunsch haben, an die Ostsee auszuwandern, so müsste ich für jeden, noch fehlenden Monat, die Förderung zurückzahlen. Weitere Forderungen werden nicht erhoben.

Das Stipendium der Stadt Stuttgart stellt für mich ein fairer Vertrag dar. Die meisten Menschen sind vor Ort sozial gebunden und möchten nicht wegziehen. Man ist nicht an den Arbeitgeber Stadt Stuttgart gebunden. Vielmehr kann man sich die Kita ganz nach seinen pädagogischen Wünschen aussuchen und erhält dennoch eine monatliche Förderung von 200 €. Die Stadt Stuttgart kann hierdurch gutes pädagogisches Personal im kommunalen Gebiet halten. Eine Win-win-Situation für alle.

Interview mit dem Jugendamt Stuttgart

Zur aktuellen pädagogischen Situation und dem Erzieher Stipendium in Stuttgart habe ich auch ein Interview mit Herrn Brenner vom Jugendamt der Landeshauptstadt Stuttgart geführt, welches ihr nun hier exklusiv bei Krippenzeit lesen könnt:

Krippenzeit: Guten Tag Herr Brenner, können Sie sich bitte kurz vorstellen, damit meine Leser wissen, wer Sie sind?

Herr Brenner: Guten Tag Herr Götz, mein Name ist Andreas Brenner. Ich arbeite bei der Landeshauptstadt Stuttgart. Ich bin im größten Amt der Stadt, dem Jugendamt in der Dienststelle Personalmarketing und –gewinnung tätig. Dort bin ich für das neue Erzieherstipendium Meine Zukunft Erzieher*innen Stipendium Stuttgart verantwortlich.

Krippenzeit: Wie ist die aktuelle personelle Situation in den pädagogischen Einrichtungen in Stuttgart? Können Sie sagen, wie viel Fachkräfte derzeit vor Ort fehlen?

Herr Brenner: Es werden leider keine verlässlichen Zahlen trägerübergreifend für das Stadtgebiet Stuttgart erhoben. In städtischer Trägerschaft fehlen schätzungsweise aktuell rund 300 Fachkräfte.

Krippenzeit: Das Stipendium ist erst wenige Monate alt. Hat das Stipendium auf die Fachkräftesituation bereits Auswirkungen gehabt?

Herr Brenner: Wie Sie bereits erwähnt haben ist das Stipendium ja erst wenige Monate alt. Durch das Stipendium wird die klassische Erzieherausbildung gestärkt und finanziell attraktiver gemacht, so dass sich in Zukunft in Summe wieder mehr Menschen für eine Ausbildung zum/zur Erzieher*in entscheiden werden. Auswirkungen auf die Fachkräftesituation hat das Stipendium also bereits insofern, dass sich durch die finanzielle Förderung insgesamt wieder mehr Menschen auf den Weg zur Fachkraft machen werden.

Krippenzeit: Wer kam auf die Idee des Stipendiums?

Herr Brenner: Das Stipendium ist eine Personalgewinnungsmaßnahme, welche durch das Team Personalmarketing und –gewinnung des Jugendamt Stuttgarts vorgeschlagen wurde und vom Gemeinderat in den Haushaltsberatungen aufgegriffen wurde. Ziel ist es die klassische Erzieher*innen Ausbildung attraktiver zu gestalten und Fachkräfte für Stuttgarter Einrichtungen zu gewinnen. Der Träger ist hierbei unerheblich.

Krippenzeit: Wie wird das Stipendium finanziert? Was geschieht, wenn die aktuellen Fördermittel (1,8 Mil.) erschöpft sind? Wie wird mit weiteren Interessenten verfahren?

Herr Brenner: Das Stipendium wird von der Stadt Stuttgart gewährt. Die Verwaltung und Auszahlung übernimmt beim Jugendamt Stuttgart die Dienststelle Personalmarketing und –gewinnung. Die Fördermittel von 1,8 Millionen sind für die Jahre 2022 und 2023 vorgesehen. Für die Jahre 2024, 2025 und 2026 sind ebenfalls Fördergelder in der Höhe von jeweils 1.080.000 Euro pro Jahr vorhanden. Die Vergabe des Stipendiums erfolgt nach dem sog. „Windhund Prinzip“. Sobald die Stipendien in dem Umfang vergeben sind, dass die bereitstehenden Gelder des laufenden Jahres erschöpft werden, wird die Vergabe von Stipendien pausiert.

Krippenzeit: Wie viele Stipendien konnten sie bisher vergeben?

Herr Brenner: Wir haben zum aktuellen Zeitpunkt 38 Stipendien vergeben. Die Nachfrage wird sich aller Voraussicht nach in den nächsten Monaten noch erhöhen. Wie bei allem neuen braucht es Zeit bis es bei allen in der Zielgruppe ankommt.

Krippenzeit: Können sie sagen, aus welchem Umkreis die Stipendiaten kommen?

Herr Brenner: Die Stipendiaten kommen aus dem Speckgürtel rund um Stuttgart. Jedoch spielt der Wohnort keine Rolle. Auch in welchem Ort sich die Schule befindet ist unwichtig. Relevant ist nur, dass das Anerkennungsjahr und die Bindungszeit als ausgebildete Fachkraft in einer Einrichtung im Stadtgebiet Stuttgart absolviert werden.

Krippenzeit: Bei mir ging der Vergabeprozess schnell, innerhalb einiger Tage. Wie lange dauert der Vergabeprozess im Durchschnitt?

Herr Brenner: Die Vergabe der Stipendien erfolgt unbürokratisch und schnell. Nach Prüfung der vollständigen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf + Zeugnis des mittleren Bildungsabschlusses) findet ein Informationsgespräch statt. Dort werden den Interessenten die Rahmenbedingungen des Stipendiums persönlich erläutert. In diesem Gespräch wird dann auch gleich der Zuwendungsvertrag erstellt und zur Ansicht mit nach Hause gegeben. Nachdem der Zuwendungsvertrag vollständig zurückgesendet wurde, wird die Auszahlung, die immer zum Monatsende stattfindet, angestoßen. Durchschnittlich dauert die Vergabe vom Bewerbungseingang bis zur Zusage 10 Tage.

Krippenzeit: Gab es bisher Probleme mit dem Stipendium?

Herr Brenner: Bisher gab es weder bei Vertragsschluss noch während der Laufzeit nennenswerte Probleme. Alle die bisher das Stipendium in Anspruch genommen haben, befinden sich noch in der Ausbildung.

Krippenzeit: Der Fachkräftemangel ist deutschlandweit ein Problem. Setzen die Stadt Stuttgart (und die anderen Anbieter) nicht kleinere Kommunen und private Anbieter mit diesem freiwilligen Angebot unter Druck? Gerade auch im Hinblick auf die finanziellen Möglichkeiten anderer Kommunen?

Herr Brenner: Der War for Talents ist ein generelles Problem, der sich deutschlandweit durch viele Branchen zieht. Wir glauben, wer die besten Bedingungen bietet bekommt die besten Nachwuchskräfte. Der Wettbewerb unter den Kommunen verbessert insgesamt die Rahmenbedingungen. Insofern sind wir das Jugendamt Stuttgart gerne Vorreiter in Baden-Württemberg und sorgen für insgesamt attraktivere Rahmenbedingungen in diesem Bereich. Außerdem sind die Lebenshaltungskosten im Raum Stuttgart hoch, so dass eine zusätzliche Förderung auch in dieser Hinsicht gerechtfertigt ist.

Krippenzeit: Wie wird mit Schülern umgegangen, welche abbrechen?

Herr Brenner: Das Stipendium wird nach dem Prinzip Fördern und Fordern vergeben. Wer seine Ausbildung auf eigenes Verschulden abbricht, der muss die bisher bezahlten Leistungen zurückbezahlen.

Krippenzeit: Und was geschieht mit Schülern, welche wiederholen müssen?

Herr Brenner: In Ausnahmefällen kann auf Antrag des Zuwendungsempfängers einer Verlängerung des Zuwendungszeitraums vereinbart werden. Im Gegenzug verlängert sich dann auch der Bindungszeitraum

Krippenzeit: Theoretisch könnte ein Schüler in Berlin seine Fachschulausbildung machen und während dieser Zeit in Stuttgart das Stipendium beziehen. Er muss nur ab dem Anerkennungsjahr in Stuttgart arbeiten. Ist dies korrekt?

Herr Brenner: Ja, das ist korrekt.

Krippenzeit: Die Förderhöhe von 200 € liegt verglichen mit anderen Anbietern im Mittelfeld. Denkt die Stadt Stuttgart über eine Erhöhung der Förderung nach?

Herr Brenner: Die Förderhöhe von 200 Euro wurde bewusst gewählt um nicht mit anderen Förderleistungen wie beispielsweise dem Aufstiegs-BAföG in einen Zielkonflikt zu treten. Beide Fördermöglichkeiten können in der Regel parallel gewährt werden, so dass die klassische Erzieherausbildung finanziell mit der Ausbildungsvergütung der PiA vergleichbar ist.

Krippenzeit: Die Stadt zahlt das Stipendium bis Schuljahresende. Dennoch wirkt der § 2(3) etwas schwammig. Wieso voraussichtlich? Kann die Förderung auch vor Schuljahresende entfallen, auch wenn sonst alle Bedingungen durch den Schüler erfüllt werden?

Herr Brenner: Erfüllt der/die Schüler*innen alle Bedingungen wird die Förderung nicht vor Schuljahresende entfallen. Sollte die Fachschulausbildung unterjährig abgebrochen werden, so entfällt die Förderung ab dem Zeitpunkt des Abbruchs.

Krippenzeit: Das Stipendium wurde auf die Bedürfnisse von Erziehern zugeschnitten. Nach § 4(5) soll nach dem Anerkennungsjahr die Zeit in einer geeigneten Einsatzstelle absolviert werden. Welche Einsatzstellen wären dies? Können Sie diese konkretisieren?

Herr Brenner: Von geeigneten Einsatzstellen ist die Rede um klar zu machen, dass eine Beschäftigung in einer für Erzieher*innen üblicherweise vorgesehenen Tätigkeit gefordert wird. Damit sollen branchenfremde Tätigkeiten ausgeschlossen werden. Eingeschlossen sind ausdrücklich Kindertagesstätten, Schulkindeinrichtungen oder Wohngruppen, in denen der Einsatz als Erzieher*in möglich ist.

Krippenzeit: Wie sehen Sie selbst das Stipendium für angehende Erzieher?

Herr Brenner: Ich finde das Stipendium ist eine tolle Sache. Angehende Fachkräfte, welche dringend benötigt werden, bekommen schon eine Förderung während der Zeit an der Fachschule. Diese Förderung ist in Baden-Württemberg bisher einzigartig.

Krippenzeit: Sehen Sie Verbesserungspotential?

Herr Brenner: Wir haben die Rahmenbedingungen bereits zugunsten der Stipendiaten*innen angepasst. Ab sofort entfällt die Pflicht das Unter- und Oberkurspraktikum im Stadtgebiet Stuttgart zu absolvieren.

Krippenzeit: Wie reagieren die Schüler darauf, mit denen Sie in Kontakt stehen?

Herr Brenner: Die Schüler*innen reagieren bisher mehrheitlich positiv und freuen sich über Förderung und Wertschätzung.

Krippenzeit: Vielen Dank für das Interview.

Bewerbung für Erzieher Stipendium

Für das Stipendium kann man sich bei der Stadt Stuttgart ganz unkompliziert online bewerben oder die Unterlagen per Post einsenden. Hierfür benötigt ihr aktuell ein Motivationsschreiben, Lebenslauf und das letzte Zeugnis der allgemeinbildenden Schule. Ihr könnt für die Bewerbung die aktuelle Ziffer 51-S/0001/2023 verwenden. Diese kann sich jedoch ändern. Ihr seht diese beim Abrufen des Links zur Online-Bewerbung. Bei Fragen oder Problemen könnt ihr die Kolleginnen und Kollegen vor Ort unter folgender Telefonnummer erreichen: Infotelefon: 0711 216-57700

Natürlich findet ihr hier und bei der Quellenangabe auch mein Motivationsschreiben.

Link zur Onlinebewerbung

Stipendium für Fachschüler*innen in der klassischen Ausbildung zum/zur Erzieher*in

Postanschrift zur Bewerbung

Jugendamt der Landeshauptstadt Stuttgart

Personalmarketing und ‐gewinnung

Wilhelmstraße 3

70182 Stuttgart

Weitere Stipendien für angehende Erzieher

Neben der Stadt Stuttgart bieten auch noch andere Kommunen und Unternehmen Stipendien für angehende Erzieher an. Teilweise wird auch eine Förderung für angehende sozialpädagogische Assistenten angeboten. Die Förderhöhe schwankt von Anbieter zu Anbieter und auch die genaue Förderung unterscheidet sich stark. Manche bieten beispielsweise noch eine Erstattung der Fahrtkosten und ein zusätzliches Büchergeld an. Viele sind jedoch bei den Anforderungen an die Praktika restriktiver und verlangen das absolvieren direkt beim Stipendium Geber.

Weitere Stipendien Anbieter

Bisher sind mir folgende Anbieter bekannt, welche ebenfalls ein Stipendium für Erzieher anbieten:

Anrechnung auf Sozialleistungen

Das Stipendium ist somit eine tolle Sache und stockt die eigene Haushaltskasse etwas auf. Aber wie verhält sich ein Erzieher-Stipendium mit bezogenen Sozialleistungen? Hierzu stellte ich am 21.12.2022 eine Anfrage an das Bundesministerium für Inneres und Soziales. Folgende Antwort erhielt ich am 23. Januar 2023:

Hier ist insbesondere auch der letzte Abschnitt zu nennen:

Soweit ein ergänzender Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II besteht, wird ein Stipendium grundsätzlich nicht als Einkommen berücksichtigt. Denn nach dem Stipendiengesetz (§ 5 Abs. 3 Satz 1 Stipendienprogramm Gesetz StipG) sind Stipendien bis zur Höhe von 300 Euro besonders privilegiert und dürfen auf das Arbeitslosengeld II bzw. das Bürgergeld nicht angerechnet werden.

Fazit

Das Stipendium für angehende Erzieherinnen und Erzieher ist eine erstklassige Möglichkeit für alle Beteiligten. Die Schülerinnen und Schüler haben während der schulischen Ausbildung mehr Einkommen und bereits nach der abgeschlossenen Ausbildung eine sichere Arbeitsstelle. Die Kommunen und Unternehmen können sich Fachkräfte binden und so eine bessere Personalplanung durchführen. Auch für die Erzieherschulen hat dieses Stipendium Vorteile, steigt somit doch das Interesse an einer schulischen Ausbildung im Vergleich zur PIA-Ausbildung.

Aus meiner Sicht ein in der heutigen Zeit sinnvoller Weg, um die negativen Seiten der schulischen Erzieherausbildung etwas zu mildern. Der Weg zur Erzieherin über die Fachschule ist dementsprechend auch weiterhin ein attraktiver Pfad in die Welt der Pädagogik.

Quellen

Sebastian Götz

Sebastian berichtet hier auf Krippenzeit über die frühkindliche Bildung in den Kitas und dem professionellen Management. Von der Geburt an bis zum dritten Lebensjahr... und weit darüber hinaus!

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