Kleinkinder stressfrei wickeln

Kleinkinder zu wickeln kann eine große Herausforderung sein – muss es aber nicht. Mit ein paar Tricks, Ruhe und Geduld, kann jede Wickelsituation zu einem angenehmen Erlebnis für das Kind und den Erwachsenen werden. Im Krippen-Alltag der Kita ist es oft stressig und gar nicht so leicht, Ruhe und Geduld zu finden, um zu wickeln.
Dennoch ist es unheimlich wichtig, dass man sich diese Zeit für das Kind nimmt. Zum Einen ist es für Kleinkinder häufig eine Überwindung sich überhaupt wickeln zu lassen. Zum Anderen birgt eine Wickelsituation viele Möglichkeiten um das Kind zu fördern. Je mehr Zeit sich die Erzieherin also nimmt, um das Kleinkind zu wickeln, desto angenehmer wird die Situation für beide Parteien.

Hilfe, das Kleinkind lässt sich nicht wickeln!

Manche Kinder lieben das Wickeln. Sie sagen freiwillig Bescheid, wenn die Windel voll ist, kommen fröhlich mit zum Wickeltisch, arbeiten mit beim An- und Ausziehen und die Prozedur ist im Handumdrehen beendet. Diese Kinder bilden jedoch eine Ausnahme. Die meisten Kleinkinder mögen es gar nicht. Gerade in der Krippe ist es noch ärgerlicher als zu Hause, wenn man aus dem Spiel mit den Freunden herausgerissen wird. Dazu kommt, das viele Kitas keinen besonders schönen Wickelplatz zu bieten haben. In den Bädern ist es häufig kühl und eher ungemütlich. Sich hier entkleiden zu lassen, wirkt nicht gerade einladend.

Um es den Kindern etwas leichter zu machen, reichen bereits Kleinigkeiten. Den Raum heizen, ein Mobile über dem Wickeltisch, ein paar Bilder an die Wand oder Ähnliches. Werden Sie einfach kreativ, versetzen Sie sich in das Kind hinein. Worüber freuen Sie sich in Ihrem Bad? Worüber könnte das Kind sich freuen?

Das Kind mit einbeziehen

Ab dem 18. Lebensmonat sind fast alle Kleinkinder in der Lage alleine zu laufen. Beziehen Sie das Kind in den Wickelprozess mit ein. Lassen Sie es den Wickeltisch hochklettern, sich die Hose ausziehen oder eine Windel aus der Schublade holen. Alle Kleinkinder sind sehr stolz, wenn sie mithelfen dürfen und werden so direkt viel lieber gewickelt. Vermeiden Sie dabei jede Art von Druck oder Stress. Wenn Sie zehn Kleinkinder im Akkord gewickelt haben, ist das für Ihre Kollegen sicher toll, für die Kinder allerdings überhaupt nicht.

Vorbereitung ist alles

Bei Babys und Kindern unter 18 Monaten ist es wichtig, dass alles für die Wickel-Situation bereit liegt. Lassen Sie Kleinkinder und Babys niemals allein auf dem Wickeltisch liegen. Die Sturzgefahr ist einfach zu hoch. Legen Sie besser vorab alles bereit. Am besten auch ein abwaschbares Spielzeug, um Babys ablenken zu können. Wer etwas in der Hand hat, greift nicht in die Windel hinein.

Wickel-Zeit – schöne Zeit

Die Wickel-Zeit kann prima genutzt werden, um dem Kind etwas Gutes zu tun und es gleichzeitig zu fördern. Dafür eignen sich Lieder, Fingerspiele oder Streichel-Verse. Dadurch lassen sich die meisten Kinder von der ungeliebten Wickel-Situation ablenken. Viele Kinder fordern es nach einigen Malen sogar ein, dass man ihnen ein bestimmtes Lied vorsingt oder das lustige Fingerspiel vorführt. Dabei besteht die Chance den Kleinen vieles beizubringen.

Zum Beispiel lernen sie durch Fingerspiele die Körperteile zu benennen oder sie werden angeregt etwas zu erzählen. Dabei wird nicht nur der Wortschatz erweitert, sondern auch viele weitere Entwicklungsbereiche gefördert. Denken Sie beispielsweise an die Weiterentwicklung des Sinnes Fühlen oder das Wärme- und Kälteempfinden des Kindes.

Tipps und Tricks für eine stressfreie Wickelsituation

  • den Wickelbereich schön gestalten
  • den Raum heizen
  • das Kind mit einbeziehen
  • ohne Stress und Druck arbeiten
  • sich alle Utensilien zurecht legen
  • abwaschbares Spielzeug am Wickeltisch
  • Singen und Spielen

Geduld haben

Das Kleinkind lässt sich nicht wickeln, obwohl Sie alle Tipps umgesetzt haben? Auch das kommt durchaus vor. Haben Sie Geduld und geben Sie dem Kind Zeit. Manche Kinder müssen sich erst an die neue Situation in der Krippe gewöhnen. Alles ist anders als zu Hause und Sie sind dem Kind erstmal fremd. Dennoch liegt das Kind nackt vor Ihnen und soll auch noch still halten. Dafür braucht es manchmal einfach Zeit.

Üben Sie die Wickel-Situation am besten bereits in der Eingewöhnungszeit. Gehen Sie mit, wenn die Eltern des Kindes eine Windel bei ihm machen. Schaffen Sie zunächst eine Vertrauensbasis zwischen sich und dem Kind, bevor Sie mit ihm zum Wickeltisch gehen. Erst wenn ein Kleinkind gut in der Krippe angekommen ist, kann es sich vertrauensvoll in Ihre Hände begeben, auch bei der Wickel-Situation.

Zitiervorschlag

Götz, S. (2021). Kleinkinder stressfrei wickeln. Das Wickeln bietet eine regelmäßige und kurze Fördermöglichkeit. ISSN: 2748-2979. Zugriff am 27.02.2021. Verfügbar unter: https://krippenzeit.de/kleinkinder-stressfrei-wickeln/

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