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| Mittwoch, 29 Juni 2022 |
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Japanische Kultur im Kita-Alltag

Entdecken Sie die japanische Kultur.

Einführung in die japanische Kultur

Die japanische Kultur unterscheidet sich stark von der deutschen Kultur. Es gibt viele Regeln und Normen, die von Japanern beachtet werden. Diese stehen teils in komplettem Widerspruch zu uns in Deutschland, was teilweise zur Erheiterung und Peinlichkeit aller führen kann. Es bestehen mehrere Religionen parallel in Japan, unter anderem der Shinto, Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus. Das Christentum oder der Islam spielen in Japan kaum eine Rolle.

Die religiöse Toleranz der Japaner ist allerdings sehr groß. Diese ist, wie auch der Pazifismus der Japaner auf das Ende des Zweiten Weltkrieges in Verbindung mit den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki begründet.

Eine wichtige Unterhaltungsfigur in Japan ist die Geisha. Die Künstlerinnen dieser Kunstform lernen über Jahre Musikinstrumente, Kalligrafie, Tanz und Blumensteckkunst, um später als japanische Unterhaltungskünstlerin aufzutreten. Interessant ist, dass viele Geishas ihren Beruf bis ins hohe Alter ausüben.

Geisha in Japan

Die Geisha ist international bekannt und besonders an ihrem markant geschminkten Gesicht zu erkennen. Die Geisha Mineko Iwasaki (*2.11.1949) war in Japan mehr als zehn Jahre lang die berühmteste Geisha Japans und weltweit bekannt.

International bekannt sind auch die mit viel Liebe angelegten japanischen Gärten. Im Gegensatz zu westlichen Gartenanlagen legen Japaner sehr großen Wert auf ein harmonisches Gesamtbild zwischen Anlage und Umgebung. Hierfür verwenden sie insbesondere Moos, Steine, Bäche und Teiche. Durch die Anwendung dieser Techniken und Materialien entstanden einzigartige Gartenanlagen.

Auch werden vielfach Kois in den Teichen gehalten. Ein Ableger für die Menschen in Japan, dieser geliebten Gärten ist die japanische Gartenkunst unter Verwendung der Bonsai.

Beispiele kultureller Unterschiede

Diese Liste ließ sich noch beliebig lang verlängern. Es lassen sich deutliche Unterschiede in den Kulturen erkennen. Dies ist insbesondere wichtig, wenn man mit japanischen Menschen in Deutschland zu tun hat oder in Japan Urlaub macht.

Kindergärten in Japan gliedern sich in der frühkindlichen Bildung in zwei Bereiche. Einmal gibt es den Kindergarten, der in Japan Yochien genannt wird und für Kinder von drei bis fünf Jahren eine Halbtagsbetreuung bietet. Oftmals wird diese Einrichtung von wohlhabenden Japanern in Anspruch genommen, da in diesen Fällen die Mutter des Kindes nicht arbeiten muss und das Kind rein zur Leistungsförderung den Kindergarten besucht. Es werden auch nicht alle Kinder aufgenommen, da durch Leistungs- und Eingangstests schwächere Kinder abgewiesen werden.

Als Alternative bietet sich die Kindertagesbetreuung, auch Hoikuen genannt, an. Es ist eine Art Kindertagesbetreuung für Kinder im Alter von null bis fünf Jahren. Wichtig ist der Unterschied zum Yochien: Hier findet eine reine Pflege und Betreuung von Kindern statt! Diese Einrichtungen gibt es sowohl von staatlicher als auch Privater Seite. Die Kosten der privaten Kindertagesbetreuung übersteigt die der staatlichen Einrichtungen jedoch meist.

DeutschlandJapan
Schuhe bleiben in Innenräumen an und werden nicht ausgezogenSchuhe werden in den Innenräumen meist ausgezogen und abgestellt.
Deutsche essen während des GehensJapaner essen nicht beim Gehen
Bei einer Erkältung kein SchutzBei einer Erkältung Gesichtsschutz
Trinkgeld bei RestaurantbesuchKein Trinkgeld bei Restaurantbesuch
Züge fahren auch nachtsZüge fahren nachts meist nicht
Keine Mülltrennung im öffentlichen BereichUmfangreiche Mülltrennung im öffentlichen Bereich
Nicht laut schmatzen oder schlürfen beim essenEs ist ok, wenn man beim essen laut schmatzt oder schlürft
Liste mit Beispielen kultureller Unterschiede

Werte & Normen der japanischen Kultur

Ebenen nach dem Zwiebeldiagramm

Werte in Japan

  • Individuelle Persönlichkeit weniger wichtig als die Gesellschaft insgesamt
  • Das Gesicht muss gewahrt werden
  • Hierarchische Orientierung in der Gesellschaft, jeder hat seinen Platz

Rituale in Japan

  • Nagoshi no harae: Ritual zur Reinigung am 30. Juni
  • Eheschließung: Japaner heiraten oft nur vor den Shintō-Göttern
  • Sentō und Onsen: Baden und reinigen des Körpers in öffentlichen Bädern

Helden in Japan

  • Nobunaga Oda (1534-1582) hat versucht, das ganze Japan zu integrieren.
  • Hideyoshi Toyotomi (1537-1598) führte die Vereinigungsbemühungen fort und vereinigte Japan
  • Hideyoshi Toyotomi und Ieyasu Tokunaga kämpften um die Position Shoguns
  • Leyasu Tokunaga (1543-1616) und seine Familie führten Japan über 15 Generationen (265 Jahre lang)

Symbole in Japan

  • Der Zen-Kreis: Enso. Dies bedeutet Leere und Universum.
  • Salz: bedeutet Reinigung. Sumoringer werfen Salz, um die Bühne zu säubern
  • Reis: Reis ist das Symbol der Shinto-Religion
  • Sonne: Sonne ist der wichtigste Gott
  • Faltfächer: Es bedeutet Wohlstand und die blühende Blume.
  • Rote Farbe: Rot ist die Farbe der Reinigung und hält die Teufel fern

Japanische Erziehungsziele

In Japan herrschen Strenge, Disziplin und Unterordnung. Das Grundziel der japanischen Erziehung soll ein unabhängiges, gesundes und sicheres Leben gewährleisten.

Hierbei haben sich 5 Erziehungsziele, die heute noch aktuell sind, herausgebildet:

5 japanische Erziehungsziele
5 japanische Erziehungsziele

In Japan nimmt das frühkindliche Spiel als Prozess des Lernens einen sehr wichtigen Faktor ein. Insbesondere das Freispiel wird sehr gefördert und unterstützt. Denn durch das Freispiel werden zwischen den Kindern Interaktionen gefördert, bei Spielen Rollen und Regeln gesetzt und das Einhalten geübt.

So lassen sich auch die Ziele der japanischen Bevölkerung, dass die Gesellschaft über dem Individuum steht, stärken und der Gemeinschaftssinn der Kinder trainieren.

Der Umgang im Kita-Alltag

Im Kita-Alltag sollte man höflich und ruhig mit japanischen Mitmenschen umgehen. Diese sind stets höflich, ruhig und zuvorkommend. Zur Begrüßung verbeugt man sich leicht, wobei sich der jüngere tiefer verbeugt als der ältere Gesprächspartner. Dies ist ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Person als auch seiner Kultur.

Sollte man einmal den korrekten Umgang mit japanischen Mitmenschen vergessen, so stellt das für Japaner keinen Grund für Streit oder Diskussionen dar. Oftmals sagen Japaner dann Sätze wie: „Ach Gaijin – (Ausländer)“ und nehmen den Fauxpas nicht weiter übel. Bei Unklarheiten oder Problemen ist es wichtig, dass Kritik eher indirekt angesprochen wird, sodass jeder Gesprächspartner sein Gesicht wahren kann. Auch ein „ja“ eines japanischen Mitbürgers muss nicht unbedingt eine direkte Zustimmung bedeuten, da Japaner oftmals „ja“ sagen, um den Redner seine Aufmerksamkeit zuzusichern.

Im Umgang mit Kindern ist wichtig zu wissen, dass in Japan das Putzen der Nase mit einem Taschentuch nicht gern gesehen ist. Dies wird als dreckig und peinlich empfunden. Stattdessen wird die Nase hochgezogen. Kranke Japaner und auch ältere Kinder tragen stets einen Mundschutz, um ihre Mitmenschen zu schützen.

Ebenfalls ist Disziplin ein sehr wichtiger Faktor in der japanischen Erziehung. Hier sollte man auf eine gute Kommunikation mit den Eltern achten, um Missverständnisse zu vermeiden. Denn so manche pädagogischen Handlungen in Deutschland können von Japanern durchaus falsch aufgefasst werden. Durch erklären der Maßnahmen lassen sich von vornerein Diskussionen und negative Spannungen vermeiden.

Quellen

Zitiervorschlag

Götz, S. (2021). Japanische Kultur im Kita-Alltag. Entdecken Sie die japanische Kultur. ISSN: 2748-2979. Zugriff am 16.01.2021. Verfügbar unter: https://krippenzeit.de/japanische-kultur-im-kita-alltag/

Sebastian Götz
Sebastian Götzhttps://krippenzeit.de
"Ich lerne für den besten Job der Welt und möchte euch hier auf Krippenzeit daran teilhaben lassen."
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