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Die Reformpädagogik in Deutschland

aus der Sichtweise der Kinder während der Zeit von 1890-1933.

Vorwort

Der Begriff Reformpädagogik wird vielfach und in teils gegensätzlichen Aussagen angewandt. Heutzutage wird der Begriff jedoch hauptsächlich für die Zeit von 1890 bis 1933 verwendet. Auch wenn erste pädagogische Reformen bereits im 17. Jahrhundert durch Johann A. Comenius, der eine Schulpflicht sowohl für Jungen und Mädchen sowie das Lernen durch Tun und zwangsfreier Unterricht, forderte.

Auch sollte man nicht vergessen, das pädagogische Maßnahmen von Generation zu Generation weitergegeben, erweitert oder verändert werden. Keine Generation fängt bei den Themen Erziehung, Bildung, Betreuung von null an. Daher muss die Reformpädagogik auch aus geschichtlicher Sicht betrachtet werden.

Des Weiteren darf die Reformpädagogik nicht als eigenständige pädagogische Reaktion gegen die alte Schule der wilhelminischen Zeit gesehen werden. Denn in dieser Zeit war die Reformpädagogik ein Kampf von vielen.

In der damaligen Zeit waren die Gesellschaftsschichten klar verteilt. Die armen Menschen erhielten Unterricht in der Armenschule, die Arbeiterschicht schickte ihre Nachkommen in die kirchlichen Schulen (in der die Kinder meist kaum über das Bibel Wissen hinaus sowie etwas schreiben und rechnen gelehrt wurden) und die Kinder wohlhabender Eltern erhielten ihren Unterricht durch private Lehrer oder Privatschulen. Gegen diese Klassifizierung wurde beispielsweise gekämpft.

Ebenfalls wurde um die Selbstverwaltung der Schulen sowie insbesondere um die Entkoppelung der Schule aus der kirchlichen Schulaufsicht gekämpft. In dieser Zeit fanden also sehr viele politische und gesellschaftliche Umbrüche statt.

Letztlich gilt unabhängig vieler Sichtweisen über Beginn und Ende der Reformpädagogik der Ansatz, Pädagogik aus der Sichtweise des Kindes zu sehen und zu entwickeln, mit all seinen vielschichtigen Facetten, Strömungen und Methoden.

Geschichte der Reformpädagogik

Die Erziehung war schon immer ein individueller und gesellschaftlich notwendiger Vorgang um Menschliche Entwicklungsfelder zu verbessern. (vgl. Keim und Schwerdt 2014, S. 363)

Während der Jahrhundertwende hin zum 20. Jahrhundert fand ein Paradigmenwechsel, weg von der autoritären alten Schule, hin zu einer Pädagogik, welche vom Kind ausgehend gesehen wird, statt. Die Reformpädagogik kam jedoch nicht alleine, sondern begann in einer Zeit, in der es auch starke Umbrüche in der Gesellschaft, beispielsweise durch die Industrialisierung und den Materialismus gab. Dies ist wichtig zu wissen, denn die Lebensreform sowie die Reformpädagogik standen in einem wechselseitigen Verweisungszusammenhang. (vgl. Idel und Ullrich 2017, S. 46)

Hier ist insbesondere die Eröffnungsrede von Kaiser Wilhelm II bei der Schulkonferenz, die in der Zeit vom 4. bis 17 Dezember 1890 stattfand, zu nennen. In dieser kritisierte er deutlich das humanistische Gymnasium sowie die stofflich viel zu umfangreichen Lehrpläne der höheren Bildung.

Ausgehend von der Lebensreformbewegung wird das Kind als wichtiges Glied in der gesellschaftlichen Kette gesehen, um eine bessere Zukunft erreichen zu können. Hierbei wird das Lernen eines Kindes als natürlichen Prozess gesehen, der grundsätzlich nicht von Dritten in Gang gesetzt werden muss. Sollte ein Kind sich dem lernen verweigern, so liegt das an falschen Methoden und nicht an dem Kind selbst. Im Gegensatz zur „alten Schule“ werden Maßnahmen wie Zwang, Druck und Disziplinierung gegenüber den Kindern nicht akzeptiert. Das Problem ist grundsätzlich an der pädagogischen Methode zu suchen und nicht am Kind. Die Motivation eines Kindes lässt sich jedoch nur durch die Selbsttätigkeit des Kindes lösen. Hierfür muss direkter Frontalunterricht verhindert werden und in die Aktivität des Kindes natürlich miteinfließen. (vgl. Fees 2015, S. 243)

Hierdurch entstanden insbesondere in den USA und Deutschland viele pädagogische Strömungen mit bedeutenden Beiträgen und Meilensteinen.

Meilensteine der Reformpädagogik

Während der Reformpädagogik in der Zeit von 1890 bis 1933 gab es vielfach bedeutende Meilensteine sowie vielfältige pädagogische Konzepte. Es gab jedoch herausragende und bis heute wirkende Leistungen einzelner Pädagogen, welche besondere Werke in der damaligen Zeit entwickelt haben.

Hierzu zählen insbesondere:

Maria Montessori

Maria Montessori war eine italienische Pädagogin und Ärztin, welche als erste Frau Italiens in ihrem studierten Fach promovierte. Sie fokussierte sich auf gesunde sowie geistig behinderte Kinder. Hierbei stellte sie fest, dass der Umgang und die Behandlung von geistig behinderten Kindern mangelhaft war und vielfach ein pädagogisches Problem statt ein medizinisches vorlag.

Daraufhin entwickelte Maria Montessori bis ins Jahr 1907 ein eigenes anthropologisch-biologisch-pädagogische Theorie, welche insbesondere die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit von Kindern steigert.

Von weitreichender Bedeutung war die Beobachtung eines dreijährigen Mädchens, welches trotz äußerer Einflüsse weiterhin sein Spiel unbekümmert fortführte. Maria Montessori nannte diese Beobachtung später „Polarisation der Aufmerksamkeit“.

Im Jahre 1924 wurde durch Unterstützung des Machthabers Mussolinis die Montessori-Pädagogik an italienischen Schulen eingeführt. Maria Montessori starb im Jahre 1952. (vgl. Fees, S. 258)

Peter Petersen

Peter Peterson war ein deutscher Lehrer und studierter der Philosophie, in dessen Fachbereich er im Jahre 1908 promovierte und sogar 1920 habilitierte. Er schloss sich der nationalen sowie internationalen Reformbewegungen der damaligen Zeit an. Er wurde von der damaligen SPD/USPD zur Professur für Erziehungswissenschaften berufen. In dieser Zeit gab es innerhalb dieser Parteien auch Bestrebungen zur Schaffung einer Einheitsschule. Peterson führte seine Jena-Plan-Pädagogik mit der Neugründung einer Übungsschule ein. In ihre konnte er seine reformpädagogischen Ansätze und die Grundidee seiner Pädagogik, nämlich die einer Lebensgemeinschaft, umsetzen.

Seine pädagogische Schule wurde erst 1950 von der SED geschlossen, da diese Angst vor einem pädagogischen Relikt der Weimarer Zeit hatten. (vgl. Fees, S. 267ff.)

Seine Schulkonzeption ist anerkannt und wirkt bis in die heutige Zeit nach. Er war auch in der qualitativen Sozialforschung tätig und veröffentlichte mehrere Bände zu Themen der Pädagogik und Erziehungswissenschaft.

(vgl. Idel/Ullrich, S. 132)

Hermann Lietz

Hermann Lietz war ein Pädagoge und Begründer der Landerziehungsheime in Deutschland. Er lebte in der Zeit von 1868 bis 1919 und studierte Germanistik, Geschichte, Theologie sowie Philosophie. Mit seiner Promotion erreichte er den Dr. der Philosophie. Hermann Lietz war als Lehrer tätig und befasste sich mit Reformfragen.

(vgl. https://www.lietz-schulen.de/die-lietz-idee/unsere-geschichte/?L=0)

Prägenden Einfluss auf Lietz hatte sein Auslandsaufenthalt im Jahre 1896 bis 1897 in Abbotsholme, welcher er in einem kleinen Internat von Cecil Reddie absolvierte. Aufgrund der Einwirkungen wollte er weder Lehrer noch Geistlicher werden. Denn als Lehrer sah er sich einerseits als Knecht des herrschenden Schulsystems. Andererseits sei er als Pfarrer nicht mehr frei in seiner Religiösen Weltanschauung. (vgl. C.H. Beck, S. 88ff)

So gründete er im Jahre 1898 das Landerziehungsheim Ilsenburg im Harz, welches heutzutage nicht mehr existiert. Landerziehungsheime standen über viele Jahrzehnte als Vorbild für eine neue Art der Erziehung. Auch die Odenwaldschule war eine Schule nach den reformpädagogischen Ansätzen von Hermann Lietz. (vgl. Idel, S. 106ff)

Pädagogische Bewegung aus Sicht des Kindes

Aus der Sicht der Kinder spielt die Reformbewegung eine weit größere Rolle als im Vergleich zu den Auswirkungen auf Eltern und Gesellschaft. Einerseits haben durch die reformpädagogischen Bewegungen auch Kinder unterer und unterster Schichten Zugang zu besserer Bildung. Andererseits ist die umfassende Förderung eines jeden Kindes ein weiterer wichtiger Punkt. Denn Ziel einer reformpädagogischen Schule ist: Optimale Bedingungen zur Entwicklung eines Kindes zu schaffen, durch bessere Lern- und Lehrformen.

Weg von den Werten der körperlichen Züchtigung mit der Rute sowie das teilweise ablegen von Leistungsfeststellungen durch Zensuren. Lehrer stehen den Kindern nicht mehr als Autoritätsperson gegenüber, sondern als Partner und Unterstützer auf dem Weg des Lernens. Kinder sollen nun durch Eigenaktivität ihrer eigenen Wissbegierde folgen und natürlich lernen, ohne die oben genannten Zwangsmaßnahmen. Sie werden gefördert, Dinge auch einmal selbst zu erschaffen und die Eigenverantwortung zu stärken. Vielfach wurde in reformpädagogischen Strömungen auch auf die Selbstbestimmung großen Wert gelegt.

Wissen zu erwerben ist nun keine reine Paukaufgabe mehr, sondern findet auch durch Experimentieren, Forschen und einfach ausprobieren statt. Gerade in den Kindergärten sind die heute so bekannten Themen wie Freispiel, Fingerspiele sowie Lieder singen eine Errungenschaft der Reformpädagogik mit immensen Vorteilen für die Kinder. Denn auch Kindergärten hatten nun pädagogische Prätentionen.

Es lässt sich festhalten, dass die Reformbewegung ein immens wichtiges Ereignis darstellte, wissend, dass die Reformpädagogik ein Prozess ist, der nie endet und auch heute noch stattfindet! Denn auch heute wird zu Themen der Pädagogik geforscht und aktuelle Handlungen wissenschaftlich hinterfragt. Dennoch fanden in dieser Zeit immens wichtige Fortschritte im Umgang sowie der Betreuung und Erziehung von Kindern statt, die bis heute noch wirken und Millionen Kindern ein sorgenfreierer, gewaltloserer und bildungsstärkerer Start ins Leben ermöglicht hat.

Pädagogische Strömungen der Gegenwart & Moderne

Es gab viele verschiedene pädagogische Konzepte der reformpädagogischen Bewegung. Nachfolgend erhalten Sie einen Einblick in die aus meiner Sicht wichtigsten und bis heute wirkende pädagogische Strömungen der Gegenwart & Moderne.

Gerade in der heutigen Zeit treffen viele alternative Schulkonzepte den Wunsch vieler Eltern nach ganzheitlicher Bildung und Förderung. Vielen ist der Leistungsdruck oder der starre und unflexible Lehrplan ein Dorn im Auge. Oftmals wird auch ein innigeres Lehrer-Kind-Verhältnis als besonders herausragend im Vergleich zu staatlichen Schulen gesehen. Wichtig zu wissen ist, dass sich die jeweiligen pädagogischen Konzepte teils deutlich unterscheiden.

Die wichtigsten reformpädagogische Ansätze in dieser Zeit sind:

  1. Waldorf-Pädagogik nach Rudolf Steiner
  2. Montessori-Pädagogik nach Maria Montessori
  3. Jena-Plan-Pädagogik nach Peter Petersen
  4. Reformpädagogische Landerziehungsheimbewegung nach Hermann Lietz

Aufgrund der teils unterschiedlichen und falschen Auffassungen der Waldorfpädagogik habe ich diese exemplarisch aus der oben genannten Gruppe ausgewählt, um detaillierter den reformpädagogischen Ansatz zu verdeutlichen.

Waldorf-Pädagogik

Die Waldorf-Pädagogik beruht auf der anthroposophischen Bewegung von Rudolf Steiner (1861-1925). Die erste Wirkungsstätte der Waldorfpädagogik wurde am 7. September 1919 in Stuttgart durch Unterstützung des Stuttgarter Fabrikanten Emil Molt eröffnet. Sie gilt heute als Mutterschule der Waldorfpädagogik. (vgl. Fees 2015, S. 263)

Die erste Waldorfschule in Stuttgart existiert heute noch unter dem Namen „Freie Waldorfschule Uhlandshöhe“. Sie ist staatlich anerkannt und steht allen Kindern und Jugendlichen offen. Die anthroposophische Bewegung bot im Jahr 2017 über 2.000 Waldorfkindergärten sowie über 1.000 Waldorfschulen weltweit. Diesen Einrichtungen kommen innerhalb der Bewegung eine grundlegende Bedeutung zu, da hierdurch die Tradition der anthroposophischen Bewegung weitergegeben wird und eine Nachwuchsrekrutierung stattfindet. (vgl. Idel und Ullrich 2017, S. 118)

Pädagogisches Konzept

Die Waldorfschule war die erste Gemeinschaftsschule Deutschlands, welche allen Gesellschaftsschichten offenstand.  In der Waldorf-Pädagogik gibt es in Vergleich zu anderen pädagogischen Konzepten spezielle methodisch-didaktische Maßnahmen, wobei nachfolgend ein Auszug der wichtigsten Maßnahmen dargestellt wird (vgl. Idel/Ulrich, S. 124):

  • Klassenlehrerprinzip

Ein Klassenlehrer unterrichtet grundsätzlich Themen- und Fächerübergreifend in den ersten acht Schuljahren. Zum Ende des achten Schuljahres findet durch einen Trennungsprozess ein Klassenlehrerwechsel statt. Dieser Lehrerwechsel gehört in der Waldorf-Pädagogik zum Entwicklungs- und Reifungsprozess der Schülerinnen und Schüler dazu.

  • Klassengröße

In der früheren Zeit wurden große Klassen gebildet, um einen gesellschaftlichen Querschnitt abbilden zu können. (Schichten, Berufe der Eltern, Charakter und weitere). In der heutigen Zeit gibt es mittlerweile auch kleinere Klassen in der Waldorfschule.

  • Epochenunterricht

Es findet im Gegensatz zum klassischen Unterricht mit täglich wechselnden Fächern auch ein Themenunterricht statt. Dieser umfasst meist zwei Stunden täglich und findet normalerweise vormittags statt. Der Unterricht findet fächerübergreifend statt und behandelt ein Thema aus vielfältiger Sicht (bspw. Thema Meer= Geographie, Aufbau des Meeres, Wirtschaftsfaktor Meer, Lebensbereich Meer, usw.)

  • Verzicht auf Schulbücher

In Waldorfschulen finden klassische Schulbücher keine Verwendung. Es werden Themenübergreifende, sogenannte Epochenhefte verwendet, in denen die Kinder selbst den behandelten Unterrichtsstoff festhalten und dokumentieren.

  • Keine Leistungsbeurteilungen

Es werden keine Zensuren vergeben. Die Beurteilung läuft über eine Art Portfolio, was Stärken, Schwächen und weitere Merkmale des Kindes umfasst, sodass eine ganzheitliche Sichtweise des Leistungsstandes des jeweiligen Kindes sichtbar wird.

  • Monatsfeiern

Monatsfeiern finden zusammen mit allen Altersstufen statt und behandeln Themen wie Eurythmie, Lieder sowie Gedichte aus Deutsch- und Fremdsprachenunterricht. Diese Gemeinschaftsveranstaltungen sollen die Schulgemeinschaft stärken und dienen ebenfalls dem Vermitteln von Schulwissen.

  • Eurythmie

Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die versucht Sprache, Musik und menschliche Bewegungen zu vereinen und sichtbar zu machen.

Kritik an der Waldorf-Pädagogik

Waldorfpädagogen haben bis in jüngster Zeit empirische Untersuchungen abgelehnt, da sie der Meinung sind, dass die Erziehungslehre auf einer Ebene stattfindet, welche für rationale Wissenschaften nicht greifbar ist.

Hierbei stellt sich auch die Frage, ob Waldorfschulen sogenannte Weltanschauungsschulen sind und ob die anthroposophische Bewegung für Kinder und Jugendliche förderlich ist. Hierzu bleibt festzuhalten, dass verpflichtende Lernfächer und Indoktrination zu Themen der anthroposophischen Weltanschauung die Waldorfschule zu einer Weltanschauungsschule machen. (vgl. Böhm 2012, S. 99)

Eine ähnliche Meinung wie Winfried Böhm (Böhm 2012, S. 99) vertreten auch Till-Sebastian Idel und Heiner Ullrich (Idel und Ullrich 2017, S. 126). Diese beachten allerdings auch verstärkt empirische Studien sowie Stellungnahmen namhafter Zeitungen.

Der ehemalige Waldorf-Oberstufenlehrer Rüdiger Iwan stellte eine Vielzahl an Waldorf-Dogmen auf den Prüfstand und gilt heutzutage als Kritiker der Waldorf-Pädagogik.

Quellen

Zitiervorschlag

Götz, S. (2021). Die Reformpädagogik in Deutschland. Aus der Sichtweise der Kinder während der Zeit von 1890-1933. ISSN: 2748-2979. Zugriff am 15.01.2021. Verfügbar unter: https://krippenzeit.de/die-reformpaedagogik-in-deutschland/

Sebastian Götz
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