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Die pränatale und fötale Entwicklung eines Kindes

Entwicklung Schritt für Schritt.

Die Zeugung und darauffolgende pränatale Entwicklung eines Kindes ist ein unfassbar spannender und zugleich extrem komplexer Vorgang. Während die meisten Menschen noch wissen, dass aufgrund spannender Aktivitäten es anschließend zu einer Befruchtung der Eizelle kommt, wird es mit den darauffolgenden Entwicklungsschritten schon schwieriger. Hauptsächlich beschäftigt man sich natürlich mit der Entwicklung des Kindes ab Beginn der Geburt.

Dennoch möchte in diesem Beitrag über die pränatale, also über die vorgeburtliche Entwicklung eines Kindes sprechen.

Zygotenstadium

Das Zygotenstadium ist der erste Entwicklungsschritt im Leben eines Kindes und beginnt direkt nach der Kombination von Samen- und Eizelle, bei der die 23-Chromosomen des Vaters sich mit den 23-Chromosomen der Mutter verbinden. Dies ergibt die 46-Chromosomen, welche jeder Mensch besitzt. Ein Hauptgrund für Unfruchtbarkeit sowie das Auftreten von Fehlgeburten liegt darin begründet, dass ca. 10-20 % der Embryonen eine fehlerhafte Chromosomenzahl aufweisen und somit nicht überlebensfähig sind. Daher ist das Zygotenstadium bereits der erste kritische Entwicklungsabschnitt eines Embryos.

Während dieses Stadiums wandert die befruchtete Eizelle (Zygote) in die Gebärmutterwand. Dieser Prozess findet in den ersten 2 Wochen statt.

Embryonalstadium

Nachdem das Zygotenstadium abgeschlossen wurde, tritt nun in der 3-8-Entwicklungswoche die sogenannte Embryonalphase ein. Bereits hier setzen Entwicklungsmechanismen wie Zellteilung, -spezialisierung, – migration und Zellsterben ein. Diese dienen zur Differenzierung des Organsystems. Denn durch die rasante Teilung von Zellen wird einerseits eine Erweiterung des bisher Vorhandenen umgesetzt. Bei der Zellmigration wandern die bisher noch unspezifischen Zellen an ihren späteren Bestimmungsort. Dort setzt wiederum die Zellspezialisierung ein, welche die embryonalen Stammzellen so umbaut, dass Zellen mit charakteristischen Eigenschaften und Funktionen entstehen. Das Gezielte absterben von Zellen wird zur Entfernung störender oder nicht mehr notwendiger Zellen eingesetzt, zum Beispiel zur Formung der Zehen des Fußes.

Diese Zellentwicklungsmechanismen bilden eine Symbiose, ohne die der komplexe Organismus eines Menschen nicht konstruiert werden könnte.

Ebenfalls entwickelt sich zur Sauerstoffversorgung des Kindes die Plazenta. Diese besitzt eine semipermeable Membran (Halbdurchlässig) und stellt somit den Sauerstoffaustausch zwischen zweier Blutkreisläufe, nämlich die der Mutter und des Kindes her. Es findet hierbei keinerlei direkter Kontakt zwischen den beiden Blutkreisläufen statt. Diese Membran lässt einerseits Sauerstoff und Nährstoffe hindurch. Andererseits hält sie manche Gefahren wie mögliche Krankheitserreger oder giftige Substanzen, jedoch nicht alle, zurück.

Eine Verbindung zwischen Plazenta und Embryo wiederum erfolgt durch die Nabelschnur, welche eine Blutversorgung/Sauerstoffversorgung ermöglicht. Die mit Fruchtwasser gefüllte Fruchtblase schützt den Embryo vor zu starken Erschütterungen, Bewegungen und Schwankungen der Temperatur. Das Fruchtwasser wird übrigens von der innersten Eihaut der Fruchtblase produziert und ist eine klare Flüssigkeit.

All diese Systeme (Nabelschnur, Fruchtblase, Plazenta) werden Unterstützungssystem genannt.

Fötalstadium

Ab der 9. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt findet das Fötalstadium statt. In dieser Zeit entwickelt sich der Organismus soweit, sodass eine Lebensfähigkeit nach der Geburt gegeben ist. Während dieses Stadiums entwickeln sich auch die Sinne fortwährend weiter, sodass der Fötus Informationen aufnehmen kann.

LebensmonatGröße des FötusVerhalten des Fötus
3.2 cmErste Reflexe, Gehirn übernimmt Impulssteuerung, Greifen, Schlucken, Saugen
4.9 cmDrehen des Kopfes, Bewegung der Extremitäten, Mund öffnen und schließen, Zwinkern, runzeln der Stirn, Saugen am Daumen, Individuelles Verhalten
5.16 cmStärkere Bewegungen, welche von der Mutter spürbar sind
6.25 cmFrühgeburten sind Überlebensfähig, spezielle Schlaf- und Wachphasen, Individuelle Schlafpositionen, Reaktion auf Geräusche und Änderungen in Bewegung und Pulsfrequenz
7.30 cmUnregelmäßige Atembewegungen, Schluckauf, Bewegung der Augen, auslösbarer Greifreflex
8.35 cmEigenständiges Überleben nach der Geburt unter höherem Infektionsrisiko und erschwerter Temperaturregulation möglich, Habituation
9.45 cmHohe Aktivität im Mutterleib, eigenständiges Überleben nach der Geburt möglich
Fötale Entwicklungsschritte

Einflussfaktoren auf die pränatale Entwicklung

Heutzutage ist unbestritten, dass es schädigende Einflussfaktoren auf die Entwicklung eines ungeborenen Menschen gibt. Diese werden in der Fachsprache Teratogenen genannt. Diese umfassen insbesondere Alkohol, Rauchen, Medikamente, Umweltgifte, Strahlenschäden sowie Infektionskrankheiten. Durch Rauchen ist beispielsweise auch das Risiko für einen plötzlichen Säuglingstod erhöht.

Während der Embryonalzeit finden vorwiegend strukturelle Veränderungen (Fehlbildungen) auf. Mit Beginn der Fötalzeit rücken jedoch funktionelle oder psychische Veränderungen des Organismus in den Vordergrund.

Sie sehen, dass die pränatale Entwicklung ein sehr spannendes und wichtiges Feld ist. Der nächste Beitrag folgt dann mit der Geburt sowie der postnatalen Entwicklung innerhalb der ersten zwölf Monate.

Quellen

Zitiervorschlag

Götz, S. (2021). Die pränatale und fötale Entwicklung eines Kindes. Entwicklung Schritt für Schritt. ISSN: 2748-2979. Zugriff am 12.06.2021. Verfügbar unter: https://krippenzeit.de/die-praenatale-und-foetale-entwicklung-eines-kindes/

Sebastian Götz
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